Kann Innovatives Business Denken uns noch retten?

13.08.2009 09:37, Marie-Theres Euler-Rolle

Die Wirtschaftsseiten der heutigen Zeitungen vermelden schon wieder nichts Gutes. Mit den Aktienkursen geht es neuerlich deutlich nach unten. Der Grund: Viele Anleger realisierten einfach die Zugewinne der vergangenen Tage. Beliebt machten sich in den vergangenen Tagen auch wieder die Top-Manager, deren Quartals-Bonuszahlungen fällig wurden. Während die geldgeleitete und gewinnmaximierungsorientierte Wirtschaftswelt immer noch vor sich hin spuckt und stottert, verlieren Millionen Menschen rund um den Globus aufgrund von Geldspekulation weiter ihr Hab und Gut.

Sind wir als Bestandteile des Systems tatsächlich so fremd bestimmt, wie wir uns jetzt fühlen? Haben wir neben allen Jammerns und Neidens diese Form der ökonomischen Prioritätensetzung mit-kreiert und genährt? Und wem überlassen wir jetzt das Herumdoktern?

Wenn wir die Skandale und Zusammenbrüche, derer es in den vergangenen Jahrzehnten viele gab, nun schon satt genug haben, dann braucht es eine Besinnung auf neues Wesentliches und wesentlich Neues.

Gute Ideen und Querdenken sind die besten Rezepte für Alternativen, Aufschwung und Fortbestand, das erklärten mir neulich einhellig die Geschäftsführer heimischer Wirtschaftsagenturen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Using Innovation to Counteract the Crisis“: Jene Menschen und Unternehmen segeln derzeit am besten durch die Krise, die Innovation mit Kooperation erfolgreich verbinden können.

Jeder und jede von uns trifft jeden Tag eine Menge Entscheidungen. Wer oder was leitet uns dabei? Wer profitiert davon? Bewegen unsere Entscheidungen etwas – in welche Richtung? Übernehmen wir Verantwortung dafür – auch noch morgen oder übermorgen?

Neue Leitbilder für die Zukunft und neue Prinzipien, eine ehrliche und verantwortungsbewusste Performance der Protagonisten, Entscheidungen auch mal abseits des Mainstreams – wir benötigen sie nicht nur wegen plötzlich aufflackernder idealistischer und werte-orientierter Antriebskräfte, sondern auch als ganz konkrete Überlebensstrategie.

Innovatives Business Denken könnte zu mehr Herz- als Hirnsteuerung im unternehmerischen Handeln führen. Leadership könnte ganzheitlicher, nachhaltiger angelegt werden, Macht und Verantwortung neu definiert werden. Und nicht zuletzt vermag im Sinne der systemischen Theorie ja jedes noch so kleine Rädchen das ganze spuckende und stotternde System ein Stück weit verändern.

Jim Collins, international bekannter Managementexperte formulierte die Voraussetzungen dafür so:  

1. Work is not a means to an end; it is an end in itself.
2. If your competitive scorecard is money, you will always lose.
3. Business is a mechanism for social change--for good and ill.
4. Entrepreneurship is a life concept, not just a business concept.
5. Performance is the fundamental requirement.

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