Datenklau - wer den Skandal gemacht hat

Wer hat der Presse die Info über die Schülerdaten vergangenen Dienstag gesteckt? Sicher keine Persönlichkeit, die dann in den Fokus geraten ist. Mir ist klar, in unserem Land werden Informanten zum Glück geschützt. Klar ist aber auch, dass jene Personen, die das Thema zum Thema gemacht haben, ein vitales Interesse gehabt haben müssen, einen öffentlichen Skandal zu evozieren.

Wie viele Zugriffe hatte der rumänische Server auf mehrere Jahre alte österreichische Schülerdaten BEVOR die österreichischen Medien ihn auf die Titelseiten hoben und wieviele DANACH? Das ließe sich sicher recherchieren und damit festmachen, wann durch wen welcher Schaden tatsächlich entstanden ist.

Und hat in den vergangenen Tagen ein einziger Journalist die Frage gestellt, WARUM eine neue Unterrichtsministerin, die nur jegliches Interesse haben muss, in der Öffentlichkeit gut dazustehen und zwei neue BIFIE Direktoren, die nur jegliches Interesse haben müssen, ihrem eigenen Institut nun ein positives Image zu verpassen, WARUM also genau diese drei zwei Monate tatenlos zuschauen sollten, wenn sie WISSEN, dass 80.000 Schüler/Lehrerdaten irgendwo im Äther herumliegen? Oder hatten sie vielleicht gar keine Handhabe, weil sie keinen Zugang zu relevanten Informationen und Daten hatten? WUSSTEN sie vielleicht nicht WELCHE Daten WO aufgetaucht sind? Wenn selbst die zuständige IT-Firma zwei Monate lang nichts fand - was hätten sie genau tun können??

Vielleicht waren sie genau so am Gängelband, wie ich:
Ich selbst hatte bei meiner eigenen Person keine Handhabe, als sie geklont vor ebenfalls zwei Monaten als neues Facebook Profil auftauchte. Jemand hatte meinen Account geklaut, kopiert, alle relevanten Infos und Fotos verwendet und eine Alias Persönlichkeit, die so aussah wie ich und nur wegen eines (schnell übersehbaren) Buchstabens anders hieß, ins Netz gestellt. Viele meiner Freunde wurden ganz rasch Freunde dieses Klons. Viele meiner Freunde bekamen in weiterer Folge Nachrichten mit Geldforderungen und wurden mit Spams überschwemmt. Die einzige Person, die dazu keinen Zugang hatte, war ich selbst, da ich von meinem Klon im Vorfeld blockiert worden war und er für mich dadurch unsichtbar war. Es war ein riesiger, persönlicher Aufwand, die relevanten Daten entfernen zu lassen. Im nachhinein wurde ich noch gefragt, ob ich nicht womöglich die falsche sei.

Der Weg, bei einem Datenklau die ersten zuständigen Personen einen Kopf kürzer  machen zu wollen, ist nur allzu billig und zeigt wie polemisch manche politische Akteure im öffentlichen Raum agieren. Wenn es um Lösungen geht, müssen gerade in diesem Feld andere Fragen gestellt werden, andere Stimmen laut sein und alle Betroffenen anders geschützt werden - auch von einer nach Skandalen gierenden Öffentlichkeit.

Schönen Urlaub!

23.07.2010 18:48, Von: Marie-Theres Euler-Rolle

Dieser Tage in aller Munde: Die Burn-Out Fälle nehmen drastisch zu. Die psychischen Erkrankungen. Depressionen. Frühpensionierungen wegen Überlastung. Wer ist schuld? Wer soll dafür bezahlen? Therapie auf E-Card. Schöne, neue Arbeitswelt?
Sind wird denn reif? Reif für weniger Druck? Reif genug, dazu zu stehen, das zu kommunizieren, dass wir Grenzen haben, dass wir Entlastung, Entspannung, Ausgleich, Balance brauchen? Reif für die Insel!
Wir leben und lieben doch alle unser Red-Bull-Image: Genug Energien, immer. Einsatzbereit, immer. Arbeit verleiht Flügel. Schick ist, wer glaubhaft seinen Stress schildert. Erfolgreich ist, wer rund um die Uhr gebucht ist. Flexibel ist, wer auch Sonntags, Feiertags auf Mails prompt antwortet und den Anschein macht, zu arbeiten. Immer.
Druck in uns. Druck auf uns. Bestehen. Schaffen. Umsetzen. Performen.
Wir werden geliebt. Denn wir sind gefragt. Wir kriegen ganz viele Nachrichten. Wir müssen noch ganz viele Konzepte fertig stellen. Ohne uns. Nein. Geht es nicht.
Bis die Watsche kommt. Das Zuviel. In welcher Form auch immer. Depression. Scheidung. Burn Out. Dann monatelanges Vakuum. Oder Medikamente.
Auch nicht schick. Auch nicht cool.
Es braucht eine neue Form der Kommunikation in unserer Gesellschaft über Werte. Zeit hat einen großen Wert. Frei-Zeit hat einen großen Wert. Urlaub brauch ich nicht verstecken als Grad-mal-nicht-im-Büro oder Auf-Bildungsreise-sein. Entspannung bringt viel. Mir und der Arbeitswelt. Neue Energie. Neue Ideen. Kreativität. Motivation. Impulse. Für mich und alle anderen.
Hören wir auf wie Duracell-Männchen immer im gleichen Trott durch die Gegend zu wackeln. Hören wir auf uns und unsere Bedürfnisse nach Ruhe, nach Nichtstun, nach Einfach-mal-nur-Sein! Trauen wir uns, das laut zu sagen: unseren Kundinnen und Geschäftspartnern, unseren Auftraggeberinnen und Chefs und Mitarbeitern. Eine Kultur schaffen, die wieder den Ausgleich sucht und findet, die Überstunden nicht bejubelt und Stress hochstilisiert und das Untentbehrliche entbehrlich macht.
Wenn Pause im Trend liegt, Urlaub en vogue ist, Entspannung, Genuß, wieder so richtig sein dürfen, dann kriegen die Forderer das Imageproblem. Jede und jeder kann gleich damit anfangen, den Boden unter seinen Füßen für mehr Balance aufzubereiten und andere bei der Suche nach der ihren zu unterstützen.

In diesem Sinne: Ich bin jetzt mal weg. AUF URLAUB! :-) Und komme so bald nicht wieder! Ihnen und Euch einen wunderschönen, entspannten Sommer!!

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